Neuzüchtung von Sorten

Neben der Erhaltung bereits angebauter, bewährter Gemüsesorten arbeiten wir an der Neuentwicklung von Sorten für den biologisch-dynamischen bzw. ökologischen Anbau.

Dazu gehört auch, die Pflanze als lebendiges Wesen ernst zu nehmen und ihr den Raum zu geben, in dem sie innere Qualitäten entwickeln kann, die als Nahrung den Menschen nicht nur sättigen, sondern auch stärken können. Es ist ein kleiner, aber bewusster Schritt gegen alle Tendenzen, die den heutigen globalen Saatgutmarkt beherrschen.

Mit dieser Arbeit sind wir Teil einer Gruppe von Züchtern, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft arbeiten. Die Züchtung einer neuen Sorte ist sehr zeit- und arbeitsaufwändig. Sie braucht mindestens 5-6 Pflanzengenerationen, das heißt 5-6, bei zweijährigen Pflanzen 10-12 Jahre. Während dieser Zeit muss viel Arbeit investiert werden, ohne dass Verkaufserlöse entstehen, die diese Arbeit finanzieren. Um sie zu ermöglichen, wurde 1994 der gemeinnützige Verein Kultursaat gegründet, welcher auch unsere Züchtungsarbeit finanziell unterstützt. Die entstehenden Sorten gehören dem Verein und sind somit nicht Privatbesitz, sondern ein der Allgemeinheit zugängliches Kulturgut.

In Rengoldshausen sind aus der Arbeit von Brigitte von Wistinghausen die Spinatsorte 'Verdil' hervorgegangen, eine besonders wohlschmeckende Sorte für den Herbst-, Überwinterungs und zeitigen Frühjahrsanbau. Eine weitere Spinatsorte sowie eine Buschbohnensorte mit konzentrierter Abreife für die Einmalernte sind in Entwicklung. Außerdem wird an der Optimierung alter Sorten im Bereich Buschbohnen, Rote Bete und Winterlauch gearbeitet. Im kommenden Jahr entstehen neue Zuchtprojekte mit Zichoriensalaten und Knollenfenchel.